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Großbrand bei Fehr-Umwelt Ost GmbH PDF Drucken E-Mail
Freitag, den 02. Juli 2010 um 00:36 Uhr
Rauchschwaden
Weithin sichtbar war Donnerstagvormittag die Rauchwolke, die über Lochau aufgestiegen war.
(FOTO: WOLFGANG SCHULZE)

 

LOCHAU/MZ. Die Hitze war groß, das Löschwasser knapp. Rund 200 Feuerwehrleute kämpften am Donnerstag auf dem
Lochauer Gelände der Fehr-Umwelt Ost GmbH (neben der Deponie) gegen einen Großbrand. Die schwarze Rauchsäule
war kilometerweit zu sehen. Erst um 17.45 Uhr konnte der Kreisbrandmeister des Saalekreises, Holger Baumann, Entwarnung
geben: "Das Feuer ist aus, es steigen nur noch vereinzelt kleine Rauchwölkchen auf", sagte er der MZ.
Eine Brandwache von neun Kameraden behielt das Gelände in der Nacht im Auge.

 

 

Rauchschwaden
In Lochau brennt es, Rauchschwaden ziehen über den Ort. (FOTO: BAUER)

Schlauchleitung zum See
Noch Donnerstagmittag hatte es nicht so ausgesehen, als könne das Feuer problemlos gelöscht werden. 120 Tonnen
gepresster Plastikmüll und rund 80 Tonnen meterhoch aufgetürmter Sperrmüll waren am Morgen auf dem schlecht
zugänglichen Gelände auf einer Fläche von rund 50 mal 100 Metern in Brand geraten. 115 Kameraden aller umliegenden
örtlichen Wehren und der Berufsfeuerwehr Halle bekämpften die Flammen mit Schaum und Wasser - das allerdings
irgendwann ausging.
"Die ortsnahen Reserven waren aufgebraucht, so dass wir eine Wasserversorgung mit Schläuchen von einem zwei Kilometer
entfernten See legen mussten. Aber wir haben es hingekriegt", sagte Baumann stolz.Zusätzlich erschwert wurde der
Einsatz, weil direkt am Brandherd giftige Dämpfe entstanden und die Wehrleute nur unterAtemschutz löschen konnten.
Die entsprechende Ausbildung haben aber längst nicht alle. "Wenn man dann noch weiß, dass man nur 20 Minuten unter
Atemschutz arbeiten darf, dann zwei Stunden Pause machen muss und erst dann weitermachen kann, kann man sich vielleicht
vorstellen, wie kompliziert das Ganze ist", erläuterte Baumann. Außerdem sei die Hitze enorm groß gewesen. Um den Brand
gründlich zu löschen, musste die Plastikmasse auseinander gezogen werden.

 

Keine Gefahr für die Bevölkerung
Zunächst waren am Morgen nur die Freiwilligen Feuerwehren Lochau und Döllnitz alarmiert worden, doch die Leitstellen in
Merseburg und Halle mussten weitere Wehren wie Dieskau, Raßnitz, Ermlitz, Burgliebenau und auch die Berufsfeuerwehr
Halle rausschicken. Auch der ABC-Trupp der Feuerwehr wurde alarmiert; die Einsatzleitstelle Sachsen-Anhalt, eine mobile
Einsatzzentrale, hatte die Leitung vor Ort übernommen. Am Nachmittag wurden noch freiwillige Kräfte aus Merseburg,
Bad Lauchstädt, Leuna, Großkugel, Landsberg und Dölbau alarmiert, um die Kameraden abzulösen.Eine Gefährdung der
Bevölkerung durch den Brand habe nicht bestanden sagte der Kreisbrandmeister. Baumann: "Wir haben die ganze Zeit
Messungen durchgeführt." Zu Brandursache gab es am Donnerstag noch keine Erkenntnisse. "Bei der tagelangen Hitze
ist aber eine Selbstentzündung nicht auszuschließen", sagte ein Polizeisprecher. Der Schaden wird auf 80 000 Euro geschätzt.
 

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